Beselich entdecken

Mein geliebtes Beselich

Gemeindebildung

Die Gemeinde Beselich entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 30. Dezember 1970 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Heckholzhausen, Niedertiefenbach, Obertiefenbach und Schupbach.[4][5] Die neugewählte Gemeindevertretung beschloss bei ihrer Konstituierung am 26.

April 1971 die Einrichtung von Ortsbezirken – mit fünf Ortsbeiräten für jeden Ortsteil – nach der Hessischen Gemeindeordnung. Sie wurden gemäß Beschluss der Gemeindevertretung vom 28. August 1973 als nicht notwendig empfunden.[6]

Der Name rührt von der FlurbezeichnungBeselicher Kopf“ (296 m) im Zentrum der neuen Gesamtgemeinde, der erstmals im Jahr 1156 Erwähnung fand. Auf dem Beselicher Kopf befand sich das Prämonstratenserinnenkloster Beselich, dessen Gründung von Erzbischof Hillin von Trier im Jahr 1163 bestätigt wurde. Zwischen 1170 und 1230 wurde die dreischiffige Basilika des Klosters errichtet, die heute in restaurierter Form als denkmalgeschützte Ruine erhalten ist. Im Jahr 1588 wurde das Kloster reformiert. Der heute noch landwirtschaftlich genutzte ehemalige Klosterhof ging im Jahr 1656 in Privatbesitz über. In seiner Nähe wurde 1764 bis 1767 die katholische Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ erbaut. Am 1. Juli 1974 wurde Beselich durch die Zusammenfassung des Oberlahnkreises mit dem Kreis Limburg dem neuen Landkreis Limburg-Weilburg zugeordnet.

Ereignisse in der Gemeinde

Zwischen Obertiefenbach und Heckholzhausen wurde 1975 die Kreisabfalldeponie eingerichtet, auf der 3. Juli 1989 die Main-Kraftwerke AG ein Deponiegas-Kraftwerk in Betrieb nahm.[7] Der erstmalige Anschluss ans Erdgasnetz war am 8. Oktober 1977. Die neue Grundschule Beselich in Obertiefenbach wurde am 15. September 1983 eingeweiht. Hans-Peter Wahl wurde 1986 erstmals zum Bürgermeister der Gemeinde Beselich gewählt und löste den seit Bestehen der Gemeinde im Amt befindlichen Amtsvorgänger Alfred Roth ab. Am 19. Dezember 1990 wurde die neu erbaute Sporthalle eingeweiht, die am 12. Dezember 2015 den Namen „Georg-Leber-Halle“ erhielt.

Martin Rudersdorf wurde 1998 Bürgermeister der Gemeinde Beselich. In Obertiefenbach entstand im Mai 2000 das Seniorenzentrum „Maria Hilf“. Am 8. Oktober 2003 wurde die Teilortsumgehung Richtung Schupbach und eine Brücke über die Bundesstraße 49 eingeweiht. Im Jahr 2004 entstand das neue Investzentrum an der Bundesstraße 49 bei Obertiefenbach. Vom 17. Mai 2010 bis zum 31. Dezember 2013 übte Kai Müller das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Beselich aus. Am 7. April 2014 übernahm Michael Franz diese Aufgabe.

Bevölkerungsentwicklung:


Nach Ortsteilen, mit Hauptwohnsitz (HW) 

und Nebenwohnsitz (NW):
Stand: 31.12.2022


OrtsteilHWNWGesamt mit NW
Obertiefenbach 2694402734
Heckholzhausen 995311026
Schupbach 1104281132
Niedertiefenbach 1008171025

58011165917
Stand: 31.12.2021


OrtsteilHWNWGesamt mit NW
Obertiefenbach 2657432700
Heckholzhausen 94330973
Schupbach 1103351138
Niedertiefenbach 1009191028

57121275839
Stand: 31.12.2020


OrtsteilHWNWGesamt mit NW
Obertiefenbach 2601412642
Heckholzhausen 94429973
Schupbach 1111361147
Niedertiefenbach 1047121059

57031185821

Religionen

In der Gemeinde Beselich gibt es die zwei katholischen Kirchorte St. Ägidius Obertiefenbach und St. Marien Niedertiefenbach sowie zwei evangelische in Schupbach und in Heckholzhausen. Die katholische Wallfahrtskapelle Beselich liegt auf der in der Mitte des Gemeindegebietes befindlichen Anhöhe „Beselicher Kopf“.

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[8] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[9][10][11]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021

    

Insgesamt 25 Sitze

Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,2 9 41,8 10 35,0 9 44,0 11 47,3 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,4 6 32,1 8 25,6 6 43,7 11 40,6 10
BLB Bürgerliste Beselich 20,6 5 26,2 7 18,4 5
WIR Wir für Beselich 18,8 5
Die Mitte Neue Mitte Beselich 20,9 5
FDP/FWG Freie Demokratische Partei/FWG 12,2 3 12,1 3
Gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25
Wahlbeteiligung in % 54,4 50,6 50,6 48,0 57,1

Rathaus der Gemeinde Beselich in Obertiefenbach

Gemeindevorstand

Die Gemeindevorstand hat gegenwärtig acht Mitglieder aus drei Parteien bzw. Wählergruppen. Hinzu kommt der Bürgermeister als Vorsitzender.

Bürgermeister

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[12] Michael Franz (CDU) wurde bei der Wahl am 20. Oktober 2019 mit 53,6 % der Stimmen wiedergewählt.

  • Roth, Alfred (1971–1986)
  • Wahl, Hans-Peter (1986–1998)
  • Rudersdorf, Martin (1998–2010)
  • Müller, Kai (2010–2013)
  • Franz, Michael (seit 7. April 2014)[12]

Wappen


Der Wappenschild zeigt die Farben der beiden ehemaligen Territorialherren. Die vier silbernen Kreuze erscheinen auf blauem Hintergrund für Nassau-Hadamar und die drei roten Pfähle auf silbernen Hintergrund für die Grafschaft Wied-Runkel. Die vier silbernen Kreuze symbolisieren gleichzeitig die Vierzahl der Ortsteile. In einem Herzschild in der Mitte des Wappens ist stellvertretend für die einstige Basilika des Klosters die benachbarte Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ abgebildet. Durch die Darstellung dieses Kirchengebäudes wird außerdem die Herleitung des Ortsnamens „Beselich“ aus „basilica“ unterstrichen. Der Herzschild besitzt die Form eines Grenzsteines und gibt den „Grenz- oder Küchenstein“ im ehemaligen Klosterbezirk wieder, der die Gebiete der beiden früheren Landesherren voneinander trennte. Seine grüne Grundfarbe versinnbildlicht die Wälder, die das frühere Kloster umschließen. Die Genehmigung des Beselicher Wappens wurde am 18. Januar 1979 im Staatsanzeiger für das Land Hessen unter Nr. 6/1979 veröffentlicht.

Der Ehrenteller mit dem Wappen der Gemeinde Beselich wird als besondere Auszeichnung an verdiente Personen für langjähriges Wirken zum Wohle und Förderung des Ansehens der Gemeinde Beselich verliehen. Die Ausgezeichneten werden bei wichtigen Anlässen der Gemeinde besonders eingeladen.

Gemeindepartnerschaften

Die thüringische Gemeinde Kaulsdorf (Saale) ist seit Anfang Mai 1991 Partnergemeinde von Beselich. Die Partnerschaftsurkunden zwischen beiden Gemeinden wurden von den Bürgermeistern Hans-Peter Wahl (Beselich) und Hans-Jürgen Oßwald (Kaulsdorf) unterzeichnet.


Bildung

In Obertiefenbach gibt es eine zentrale Grundschule für die Beselicher Kinder. Sie wird von etwa 250 Schülern und Schülerinnen besucht.

Kindergärten bestehen in allen Ortsteilen. In Obertiefenbach befindet sich eine katholische öffentliche Bücherei.

Einrichtungen

X. Feuerwehr-Olympiade des Weltfeuerwehrverbandes CTIF 1993 in Berlin, Sieger in der Disziplin Löschangriff – FF Beselich-Obertiefenbach

  • Grundschule Beselich in Obertiefenbach
  • Grundschule Beselich in Obertiefenbach
  • Evangelischer Kindergarten „Sternenland“ Heckholzhausen
  • Gemeindlicher Kindertagesstätte „Kastanienburg“ Niedertiefenbach
  • Katholische Kindertagesstätte „St. Ägidius“ Obertiefenbach
  • Gemeindlicher Kindertagesstätte „Eulennest“ Schupbach
  • Kinderkrippe „Bärenhöhle“ in Obertiefenbach
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Heckholzhausen, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 2. August 1981 und Kinderfeuerwehr seit 21. August 2010)
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Niedertiefenbach, gegr. 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 1. April 1973)
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Obertiefenbach, gegr. 1880 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 26. Februar 1972 und Kinderfeuerwehr seit 9. November 2008)
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Schupbach, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 1. Januar 1985)
  • Katholische öffentliche Bücherei Obertiefenbach, seit 1951
  • Seniorenzentrum „Maria Hilf“, seit Mai 2000

Persönlichkeiten

Georg Leber (1973)

Literatur

  • Georg Wagner: Kloster- und Wallfahrtsstätte. J.D. Reuter's Mainz, Wiesbaden-Dotzheim 1935.
  • Georg Wagner: Obertiefenbach in seiner Vergangenheit. Gemeinde Obertiefenbach, Wiesbaden-Dotzheim 1954.
  • Freiwillige Feuerwehr Obertiefenbach e. V. (Hrsg.): 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Obertiefenbach. Beselich 1986, ISBN 3-926262-02-8.
  • Freiwillige Feuerwehr Obertiefenbach e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Obertiefenbach. Beselich 2005, ISBN 978-3-926262-03-5.
  • Franz-Josef Sehr: 125 Jahre Pfarrkirche „St. Ägidius“ Obertiefenbach. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2013. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg 2012, ISBN 3-927006-49-1, S. 121–123.
  • Kirchengemeinde St. Ägidius Obertiefenbach (Hrsg.): 125 Jahre Pfarrkirche St. Ägidius Obertiefenbach. Beselich 2013.
  • Franz-Josef Sehr: 140 Jahre Schulgebäude in Obertiefenbach. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2014. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg 2013, ISBN 3-927006-50-5, S. 95–98.
  • Franz-Josef Sehr: 250 Jahre Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2017. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg 2016, ISBN 3-927006-54-8, S. 137–141.
  • Kirchengemeinde St. Ägidius Obertiefenbach (Hrsg.): 250 Jahre Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich. Beselich 2017.
  • Franz-Josef Sehr: Vor 50 Jahren: Entstehung der Gemeinde Beselich. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2021. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg 2020, ISBN 3-927006-58-0, S. 41–48.

Weblinks

Commons: Beselich – Sammlung von Bildern

Wikisource: Beselich in Merians Topographia Hassiae – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

Bürgermeister-Direktwahlen in Beselich. In: Stat

  1. Freundeskreis will Klosterruine Beselich erhalten. In: Weilburger Tageblatt (WT). 8. Mai 2019

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Gemeinden im Landkreis Limburg-Weilburg

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Ortsteile von Beselich

Normdaten (Geografikum): GND: 4351479-0

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Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).


Land Hessen: Geographie der Gemeinde Beselich (Memento vom 23. Oktober 2015 im Internet Archive), 1. Januar 2009


Zahlen und Fakten der Gemeinde Beselich (Stand 31. Dezember 2020). In: Internetauftritt. Gemeinde Beselich, abgerufen am 21. April 2021.


Zusammenschluss von Gemeinden zur Gemeinde „Beselich“, Oberlahnkreis vom 6. Januar 1971

. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):

Staatsanzeiger für das Land Hessen.

1971 Nr. 4, S. 141, Punkt 169 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).


Statistisches Bundesamt (Hrsg.):

Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982

. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.


Franz-Josef Sehr:

Vor 50 Jahren: Entstehung der Gemeinde Beselich

. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.):

Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2021

. Limburg 2020, ISBN 3-927006-58-0, S. 41–48.


Franz-Josef Sehr:

Feuer im Deponiegas-Kraftwerk

. In:

VB – Vorbeugender Brandschutz – Ausgabe 4/91

. Lothar Haus, Druck + Verlag, Erlensee 1991, S. 44–45. ISSN 0936-1677.


Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.


Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.


Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2011.


Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.


istik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.




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