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Die Gemeinde Beselich

Aufstrebende Gemeinde mit historischem Namen am Fuß des Westerwaldes.

Landschaftlich reizvoll zwischen den Ballungsgebieten Rhein-Main und Rhein-Ruhr gelegen, verfügt Beselich über eine gute Infrastruktur und hervorragende Verkehrsanbindung. Über die durch das Gemeindegebiet verlaufende Bundstrasse 49 lassen sich schnell die Städte Limburg an der Lahn, Gießen und Wetzlar sowie die Bundesautobahn A3 und der nur 8 km entfernte ICE Bahnhof Limburg erreichen.

Beselich wurde am 31.12.1970 durch freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Orte Obertiefenbach, Niedertiefenbach, Schupbach und Heckholzhausen gegründet und hat heute rd. 5.800 Einwohner.

Mit dem neuen Namen ist auch die geschichtliche Entwicklung der Ortsteile Beselichs eng verbunden. Den Namen "Beselich" (Basilica) trug das Kloster der Prämonstratenserinnen auf dem Beselicher Kopf, das 1163 von Bischof Hillin von Trier gegründet wurde, nachdem zuvor bereits Gottfried von Beselich dort eine kleine Kirche nebst einem zehntfreien Hof errichtet hatte. Rund 400 Jahre war das Kloster kultureller und religiöser Mittelpunkt der umliegenden Ortschaften, bis es Anfang des 17. Jahrhunderts zerfiel.

Die Ruine der Basilika, die auch Ausgangspunkt für landschaftlich attraktive Wanderwege ist, kann bis heute auf dem Beselicher Kop (294 m NN) besichtigt werden. In unmittelbarer Nähe der Ruine befindet sich die weithin bekannte Wallfahrtskapelle "Beselich", die von dem Franziskanereremiten Leonhard Niederstraßen 1763 erbaut und 1767 auf den Namen "Maria Hilf" und die 14 Nothelfer geweiht wurde.

Neben dem touristischen Interesse vieler Besucherinnen und Besucher an der Klosterruine ist die Kapelle auch heute noch Ziel von Wallfahrten aus der Region.

Sitz der Gemeindeverwaltung und zentraler Ort Beselichs ist der Ortsteil Obertiefenbach. Der Ort entstand vermutlich schon im 7./8. Jahrhundert und wurde erstmals 1234 erwähnt. Obertiefenbach gehörte zu den Fürstenhäusern Diez, Wied-Runkel und dem Fürstentum

Nassau-Hadamar. Der Wechsel von Wied-Runkel zu Nassau-Hadamar brachte 1649 eine Rückkehr zum katholischen Glauben mit sich. Nach den Befreiungskriegen kam Obertiefenbach zum Herzogtum Nassau. Von einem Aufschwung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeugen der Rathausbau, der Schulbau und der Kirchenneubau.

Zentraler Punkt des Ortskerns ist bis heute die alles überragende katholische Kirche St. Ägidius, aus dem Jahr 1888. Der in den letzten dreißig Jahren durch mehrere Neubaugebiete stark angewachsene Ort verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. Neben großen Lebensmittelanbietern gibt es auch kleinere familiär geführte Bäckereien, Metzgereien und andere Handwerksbetriebe, Banken, Sparkassen und eine Postfiliale. Verschiedene Ärzte und eine Apotheke garantieren eine gute und ortsnahe Versorgung.

Der Ortsteil Schupbach findet erstmals im Jahr 1276 in den Urkunden des Klosters Beselich Erwähnung. Der bis heute erhaltene älteste Teil der evangelischen Kirche, der Turm, wurde als reiner Wehrturm im romanischen Stil Anfang des 11. Jahrhunderts erbaut. Im 19. Jahrhundert erlebte Schupbach einen Aufschwung durch den Abbau von Bodenschätzen (Erzabbau, Basalt, Ton und Marmor) und den Betrieb eines Hüttenwerks. Schupbacher Marmor - schwarz mit weißen Adern - war bereits seit der Barockzeit bekannt und fand häufig Verwendung. Auch heute kann der Marmor noch in bedeutenden Gebäuden wie dem Empire State Building (USA) bewundert werden.

Einen wesentlichen Anteil am Aufschwung der beiden Orte Schupbach und Heckholzhausen hatte die um 1880 erbaute Kerkerbachbahn, die 80 Jahre lang Güter aus dem Westerwald ins Lahntal beförderte.

Heckholzhausen wird erstmals 879 erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde dort eine Burg gebaut, die aber bereits im 16. Jahrhundert verfiel. Von ihr ist heute leider nichts mehr zu sehen. Die Grundmauern der zur Burg gehörenden Kapelle liegen im Gebiet der heutigen Pfarrkirche, deren Grundsteinlegung auf das Jahr 1898 datiert ist.

Heckholzhausen war ab 1709 im Besitz des Marktrechtes. Oster-, Pfingst- und Herbstmärkte wurden im Wechsel mit der Ortschaft Schupbach abgehalten. Später ging das Marktrecht an die Nachbargemeinde Lahr über. Lange Jahrhunderte hindurch landwirtschaftlich geprägt, leitete der Fund von Phosphorieden 1875 und Braunsteinlagern 1880 eine neue Entwicklung ein. Ein Basaltwerk und die Kerkerbachbahn verstärkten die wirtschaftliche Bedeutung des Ortes, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts anhielt.

Niedertiefenbach bestand schon vor der Beselicher Klostergründung, lässt sich jedoch nicht eindeutig datieren. Dass der Ort bereits um 1000 bestand, beweist eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1003.

Der mit 22% des 31,35 qkm umfassenden Gemeindegebietes relativ große Waldbestand, die landschaftlich reizvolle Lage der Ortsteile Heckholzhausen und Schupbach im Kerkerbachtal und der Ortsteile Obertiefenbach und Niedertiefenbach am Lauf des Tiefenbachs bewirken einen hohen Wohnwert der Gemeinde.

In wirtschaftlicher Hinsicht entwickelt sich die Gemeinde Beselich in den letzten Jahren mit hoher Dynamik. Die Erschließung eines neuen Gewerbegebietes und der Bau einer Umgehungsstraße im Jahr 2003 sind klare Zeichen für eine zukunftsorientierte Ortsentwicklung. Die Gemeinde Beselich strebt wohnortnahe Arbeitsplätze und ein attraktives Wohnumfeld als ihre grundlegenden Ziele an.